Lebendiges Erdreich: 2017 – Das Jahr des Bodens

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Mein Blick hat sich verändert, wenn ich im Garten bin oder an ihn denke.

Was man auf den ersten Blick sieht, ist vor allem Vegetation, bewachsene Oberfläche. Spannend für mich und oft wenig beachtet ist das DARUNTER.

Die unterirdischen Strukturen der Pflanzen, verzweigte Wurzelsysteme, Partnerschaften zwischen Pflanzen, Pilzen, Bakterien (Im Dunkeln ist bekanntlich gut Munkeln.), Bodenleben, Fruchtbarkeit, Humusaufbau – Wie spannend!

In unserem kleineren Gärtchen führen wir zwei Komposthaufen und Mulchen regelmäßig. Im Frühjahr 2015 kam ein weiteres Stückchen Land hinzu: über 700qm, Streuobst und Wiesen, teils verbuscht und wild, mittendrin eine Art Wengerter Hüttchen mit Terrasse, Hanglage mit einigen etwas flacheren Zonen. Ein Traum! Eingriffe folgen langsam, behutsam, nach Beobachtung und Nachdenken, auch nach Lust und spontaner Motivation.

Im Jahr 2017 möchte ich mich dem Boden widmen. Einerseits noch besser kennenlernen, was unser Status Quo ist. Andererseits konkret anpacken und bestehende Strukturen so verändern, dass das Bodenleben gestärkt wird. Mittelfristiges Ziel ist es, aus diesem Stückchen Land auch Ernteerträge zu erzielen – angemessen, in Maßen, behutsam, „Slow Gardening“ sozusagen.

Sich um den Boden kümmern – Wie geht das?

  • Unbedeckter Boden wird durch Sonne, Wind und Wetter negativ strapaziert. > mulchen, Bewuchs fördern, Dauerkulturen anlegen, Zwischensaat schon vor der nächsten Ernte ausbringen
  • Boden mit Mikroorganismen impfen, das Bodenleben ankurbeln. > Kompost dünn verteilen
  • Bodenlebewesen benötigen gleichbleibend Feuchtigkeit, um nicht abzusterben. > mulchen, ggf. wässern
  • Bodenlebewesen benötigen Nahrung. > organisches Material als Futter anbieten
  • Bodenlebewesen brauchen Stickstoff (N) und Kohlenstoff (C) für Wachstum und Leben. > auf ausgewogenes „Futter“material achten, zB reinen Strohmulch durch Hornspäne ergänzen

In unsere persönliche Situation passen massivere Maßnahmen wie Umgraben derweil nicht. Bereiche, die wir mittelfristig intensiver für Kulturen nutzen wollen, werden daher geschnitten, mit Karton bedeckt, diesen wiederum belegen wir mit gehäckseltem Schnittgut, Laub etc. Nach einigen Monaten, evtl. auch erst im Folgejahr, schneide ich Löcher in die Pappe und setze Beerenbüsche, vielleicht Obstbäumchen, vorgezogene Kräuter oder andere Dauerbepflanzungen, von denen später geerntet werden kann. Karton und Belag darauf schützen den Boden vor Verwitterung, bieten den Bodenlebewesen Schutz und lassen diese in Ruhe ihre Arbeit machen.

Mitte März starteten wir eine Terrassierungsaktion, bei der wir die danach offene Erdoberfläche kurzfristig durch Karton-Mulch schützten.

Welches sind eure Schritte, Tipps und Tricks, um für einen gesunden Boden zu sorgen? Wie hegt und pflegt ihr eure mitgärtnernden, kleinen, unterirdischen Freunde?

Inspiration findet man bei erfolgreichen Gärtnern: Dorothea hat mir ihr Geheimrezept für einen fruchtbaren Boden verraten.

Alle Artikel zum Thema gibt’s unter Lebendiges Erdreich.

Ich freue mich auf eure Kommentare! 

Eure Kerstin

2 Kommentare auch kommentieren

  1. gunda linker sagt:

    Herzlichen Dank im Namen der Kleinstlebewesen, ich finde es schön das es Menschen wie dich gibt, mach weiter so, viele Grüße von einer Erde liebenden Kräuter Freundin

    1. Kerstin sagt:

      Liebe Gunda,

      vielen lieben Dank für deine schönen Worte! Die Kleinstlebewesen im Boden weiß ich sehr zu schätzen – Du auch, das gefällt mir 🙂

      Viele Grüße,
      Kerstin

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