Karton-Mulch: So schützt du kurzfristig offenes Erdreich

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An einem Samstag Mitte März haben wir einen Hang im Garten modelliert – DANKE an alle Beteiligten für die schöne Aktion! Entstanden sind drei Terrassen und einige Treppenstufen. Die Terrassen haben für’s Gärtnern einige Vorteile gegenüber dem bisherigen Hang:

  • gute Zugänglichkeit der Beete
  • kein Abrutschen von Material, z.B. Mulch
  • langsames Versickern von Wasser, also bessere (Regen)Wassernutzung

Herausforderung: Nackte Erde nach Bearbeitung der Oberfläche

Wie es nach den Erdbewegungen aussah, könnt ihr euch sicher vorstellen:
Blanke Erde – für das Bodenleben eine Katastrophe.

  • Zum Schutz der Bodenlebewesen,
    die auf eine konstant feuchte Umgebung angewiesen sind, und
  • zum Schutz vor Erosion,
    die an diesem Hang vor allem durch Sonneneinstrahlung und andauernde Auf-/ Abwinde geschieht,

haben wir die offene Erdoberfläche kurzfristig mit Karton belegt. Einige Steine und Äste beschweren den Karton, sodass er an Ort und Stelle liegen bleibt.

Mulch: Schutz und Nahrung fürs Bodenleben

Das Belegen mit Karton ist eine Variante des Mulchens. Es geht schnell und man muss keine riesigen Mengen Material beschaffen, wie es bei anderen Mulch-Varianten der Fall ist. Mittelfristig werden wir auf Mulch aus einer Häcksel-Laub-Schnittgut-Mischung umsteigen, da diese gleich als „Nahrung“ für die Bodenlebewesen dient.

Auf das fein säuberliche Aussortieren des alten Hangbewuchses (vor allem Gräser) haben wir verzichtet. Ob sich hier und da ein altes Pflänzchen seinen Weg durch das tief umgegrabene Erdreich und den Karton-Mulch bahnt, warten wir gespannt ab und arbeiten bei Bedarf etwas nach. Vorteil des belassenen Grün-Materials: Es ernährt die Bodenlebewesen, da es reich an Kohlenstoff ist.

Weiter benötigen die Bodenlebewesen Stickstoff: Diesen haben wir in Form von Hornspänen gleich mit in die Erde eingearbeitet. Unter der Kartonschicht können die Helferlein also fleißig weiterarbeiten: Es ist feucht und Nahrung ist vorhanden.

Bepflanzung – los geht’s mit den Mehrjährigen

Nach und nach werden nun Pflanzen eingesetzt, zunächst vor allem mehrjährige, um eine Grundstruktur der Terrassen festzulegen. Hierzu zählen Beerensträucher, zwei kleine Kirschbäumchen und Kräuter-Stauden.

Sind diese Pflanzen ausgewachsen, spenden sie Schatten und helfen dabei, die vorhandenen Auf- und Abwinde etwas zu brechen. Somit dienen sie einerseits dem Schutz vor Erosion, andererseits wünschen wir uns natürlich einen Ertrag. Wir werden sehen, wie sich das System entwickelt, und ggf. Anpassungen vornehmen, z.B. Windschutz in Form eines separaten Weidezauns.

 

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