Volles Auto reduziert ökologischen Fußabdruck

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Hin und wieder scheint es mir unumgänglich, das Auto für eine längere Strecke zu nutzen. Ein Arbeitstermin, 125 Kilometer entfernt. 110 Kilometer zu einem Training. Familienbesuch in 100 Kilometer Entfernung.

Am ökologischsten wäre sicherlich, diese ganzen Strecken einfach wegzuminimalisieren. Aber: Mir liegt etwas an diesen Dingen, Terminen, Veranstaltungen. Sie bereichern mein Leben. Sie bringen mir Freude und/oder Weiterentwicklung. Das Ein oder Andere steht also einfach an.

Grundlage „Ökologischer Fußabdruck“
Der ökologische Fußabdruck ist die (theoretisch berechnete) Fläche auf der Erde, die ein Mensch benötigt. Die Größe der Fläche hängt ab von Ernährung, Wohnsituation, Mobilitätsweise und -strecke, etc. Gerechnet wird in „globalen Hektar“ oder „globalen Quadratmetern“ (1 gha = 10 000 gm²).

Pro Erdenbürger stehen rund 1,7 gha zur Verfügung, jedoch „als zukunftsfähig wären [..] etwa 1 gha pro Erdbewohner anzunehmen“ (footprint.at). Aha. Mit dieser Zahl kann ich nicht sehr viel anfangen. Was heißt das für mich? Was haben wir in Deutschland durchschnittlich für einen Fußabdruck?

Bringen wir das Ganze in Relation.

Fußabdruck in Deutschland
Für Deutschland gilt: „Wenn alle Menschen so leben würden wie wir, bräuchten wir 2,6 Erden, denn der deutsche Fußabdruck liegt bei etwa 5 Hektar.“ (footprint-deutschland.de)

Fußabdruck & Mobilität
Allein durch unser Mobilitätsverhalten verbrauchen wir durchschnittlich schon 0,78 gha. Dazu zählen unsere Reisen, Wochenend- und Alltagsfahrten, per Flugzeug, Auto, Bus und Bahn.

Ganz schön viel! Glücklicherweise weiß ich jetzt schon, dass es bei mir nicht ganz so viel sein kann, denn: Auf die 0,78 gha kommt man mit rund 8.700 Auto- und 6.700 Flug-Kilometern pro Jahr. Die Flug-Kilometer pro Jahr erreiche ich bei Weitem nicht, wenn ich meine bisherigen Flugreisen auf meine Lebensjahre verteile.

Ein möglichst volles Auto
Dass eine der größten Pkw-Sünden heutzutage die 1-Personen-Fahrten sind, ist uns allen klar. Wenn ich also Auto fahre, sollte es möglichst voll sein, denn beim Autofahren darf „der Footprint [..] durch die Anzahl der Mitfahrenden geteilt werden“ (footprint.at). Super!

Mitfahrer finden
Easy klappt das – da spreche ich aus eigener Erfahrung – beispielsweise über die Plattform BlaBlaCar. Als Fahrer stelle ich die nächsten Fahrten ein, als Mitfahrer kann ich nach angebotenen Strecken suchen oder mich automatisch benachrichtigen lassen, wenn für eine bestimmte Strecke eine neue Fahrt eingestellt wird.

BlaBlaCar habe ich bisher sowohl als Mitfahrerin als auch als Fahrerin genutzt. In fast allen Fällen waren es super aufgeschlossene Menschen, mit denen ich im Auto saß. Oft kamen spannende Gespräche zustande, manchmal lehnten wir uns einfach stumm zurück. Alles ok.

Inzwischen spreche ich mit meinen MitfahrerInnen ab, dass sie möglichst nah an die Strecke kommen, die ich ohnehin fahre. So können wir zuverlässiger die vereinbarten Zeiten einhalten, wenn mehrere Personen an unterschiedlichen Orten ein-/aussteigen. Außerdem verplempere ich weniger Zeit und Treibstoff, das ist gut. In letzter Zeit waren wir zwischen zwei und fünf Auto-Insassen.

Fußabdruck teilen
Angenommen, ich fahre in einem Monat

400 km zu Trainings,
500 km zu Arbeitsterminen,
100 km zu Familie & Freunden,

das macht 1.000 km pro Monat oder 12.000 km pro Jahr.

Ein Online-Fußabdruck-Rechner gibt meinen Fußabdruck für diese Fahrten auf 0,58 gha an. Fahre ich alleine, geht’s natürlich allein auf mein Konto. Fahren wir zu mehrt, dürfen wir uns den Fußabdruck teilen.

Bei durchschnittlich drei Insassen im Auto habe ich nur noch rund 0,19 gha auf meinem Konto zu verbuchen – Das ist eine ordentliche Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks.

Ihr seht: Es ist durchaus einen Gedanken wert, die Sitze des Autos zu füllen. Wie handhabt ihr das?

 


Deinen ökologischen Fußabdruck kannst du berechnen unter footprint-deutschland.de oder mein-fussabdruck.at

Titel-Foto von Marina del Castell, The blue hour, CC-BY 2.0

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